Variantenmanagement ohne Artikelflut

Variantenmanagement heißt, die Vielfalt eines Produkts zu beherrschen, ohne für jede Ausprägung einen Artikel anzulegen. Statt tausender Stammdatensätze beschreiben Regeln, welche Kombinationen baubar sind, und erzeugen Stückliste und Preis erst bei der Bestellung. Plan2Fab von Hirnworx setzt das als Variantenkonfigurator um, der neben Shop und ERP arbeitet und die SAP-Variantenkonfiguration nicht ersetzen muss.

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Regal mit vielen Plattenvarianten in Fächern mit orangen Markierungen.

Was heißt Variantenmanagement?

Variantenmanagement umfasst alles, was ein Betrieb tut, um Produktvielfalt planbar zu halten: Baukästen definieren, Varianten begrenzen, Stammdaten pflegen und Aufträge eindeutig beschreiben. Ziel ist nicht, Vielfalt abzuschaffen. Kunden wollen Maße, Materialien und Ausstattungen. Ziel ist, dass jede Variante richtig angeboten, gefertigt und abgerechnet wird, ohne dass jemand sie vorher von Hand anlegen musste.

Dabei gibt es zwei Seiten. Die äußere Vielfalt sieht der Kunde: Breite, Farbe, Ausschnitt, Zubehör. Die innere Vielfalt sieht die Fertigung: Teile, Arbeitsgänge, Werkzeuge, Zuschnitte. Gutes Variantenmanagement verbindet beide über Regeln. Eine Wahl im Konfigurator wird zu einer eindeutigen Stückliste, und eine Grenze der Fertigung wird zu einer Sperre im Konfigurator. Das Prinzip dahinter beschreibt die Seite zum parametrischen Konfigurator.

Warum explodieren Varianten im Artikelstamm?

Varianten wachsen multiplikativ. Drei Materialien, vier Stärken und zwei Kantenformen ergeben bereits 24 Kombinationen, bevor ein einziges Maß frei ist. Kommen Breite und Höhe in Millimetern dazu, ist die Zahl praktisch unbegrenzt. Wer jede Kombination als Artikel pflegt, hat entweder einen riesigen Stamm, in dem niemand mehr sucht, oder einen kleinen, der die Hälfte der Anfragen nicht abbildet.

Die Folge sind Sonderartikel, die nur einmal verkauft werden, Dubletten mit leicht anderem Namen und Preise, die niemand mehr nachvollziehen kann. Im Shop führt das zu Variantenlisten, die Kunden überfordern. Im ERP führt es zu Stammdatenpflege ohne Ende. Der Ausweg ist nicht, Varianten zu verbieten, sondern sie durch Regeln zu beschreiben, statt sie aufzuzählen.

Variantenkonfigurator oder SAP-Variantenkonfiguration?

Viele Hersteller kennen die Variantenkonfiguration im ERP, etwa in SAP mit Merkmalen, Klassen und Beziehungswissen. Sie ist stark im inneren System und schwach dort, wo Kunden selbst konfigurieren. Ein Variantenkonfigurator im Vertrieb oder Shop ist das Gegenstück. Beide können zusammenarbeiten, statt sich zu ersetzen.

Zwei Orte für Variantenregeln
MerkmalERP-VariantenkonfigurationVariantenkonfigurator im Vertrieb
Wer bedient ihnInnendienst und ArbeitsvorbereitungKunde, Händler und Außendienst
StärkeMaximalstückliste, Arbeitspläne, KalkulationFührung, Vorschau, Live-Preis, Angebot
DarstellungMerkmalsmasken ohne Zeichnung2D-Zeichnung oder 3D-Ansicht
Ortim ERP, hinter der Anmeldungauf der Website, im Shop, im Vertrieb
ErgebnisAuftrag mit Stückliste im ERPgeprüfter Datensatz, der den ERP-Auftrag speist

Wie wird aus einer Konfiguration eine Stückliste?

Es gibt zwei übliche Wege. Bei der Maximalstückliste enthält eine Stückliste alle denkbaren Teile, und Regeln wählen für jede Bestellung die passenden aus. Das ist das Prinzip vieler ERP-Systeme. Bei der regelbasierten Erzeugung baut der Konfigurator die Stückliste aus den Parametern auf: aus Breite und Höhe werden Zuschnittmaße, aus dem Material ein Rohteil, aus einem Ausschnitt ein Arbeitsgang.

Welcher Weg passt, hängt an Ihrem ERP und an der Art der Varianten. Für frei bemaßte Teile ist die Erzeugung meist einfacher, weil sich Zuschnittmaße nicht als feste Positionen vorhalten lassen. Für Baugruppen aus Normteilen ist die Auswahl oft genauer. Das Modul Plan von Plan2Fab erzeugt Stücklisten und Exporte, die Übergabe ins ERP übernimmt Connect. Für Plattenware beschreibt der Konfigurator für Plattenzuschnitt den Weg zur Zuschnittliste.

Stückliste auf einem Klemmbrett und sortierte Kleinteile in einer Schale.

Wo leben die Regeln: im ERP oder im Konfigurator?

Die ehrliche Antwort lautet: an einem Ort. Doppelte Regeln, einmal im ERP und einmal im Shop, laufen auseinander, sobald jemand eine Grenze ändert und die andere vergisst. Wenn Ihr ERP bereits ein gepflegtes Variantenmodell hat, kann der Konfigurator es abfragen oder seine Ergebnisse dort prüfen lassen. Wenn nicht, ist der Konfigurator oft der bessere Ort, weil er auch Vorschau und Preis braucht.

Bei Plan2Fab liegen die Regeln im Kern auf Medusa.js und sind als Code versioniert. Das ERP erhält das Ergebnis: einen Auftrag mit allen Parametern und, je nach Ausbau, eine fertige Stückliste. Welche Richtung passt, klärt der Workshop an Ihrem System. Wir versprechen keine fertige Anbindung an ein bestimmtes ERP, bevor wir es gesehen haben.

Serverschrank, über ein oranges Kabel mit einem Lagerregal verbunden.

Wie fangen Sie an, ohne den Artikelstamm umzubauen?

Variantenmanagement scheitert oft an zu großen Plänen. Ein Projekt, das zuerst den ganzen Stamm bereinigen will, kommt selten beim Kunden an. Bewährt hat sich eine kleinere Reihenfolge:

  1. Eine Produktfamilie wählenDie mit den meisten Anfragen oder den meisten Rückfragen, nicht die einfachste.
  2. Parameter und Grenzen aufschreibenWelche Werte sind frei, welche Kombinationen sind verboten, woraus ergibt sich der Preis.
  3. Ausgaben festlegenWas muss am Ende in Angebot, Stückliste und Werkstatt ankommen.
  4. Konfigurator davorsetzenEr erzeugt Varianten bei Bedarf. Der bestehende Artikelstamm bleibt unverändert.
  5. Sonderartikel auslaufen lassenErst wenn der Konfigurator trägt, werden alte Einzelartikel schrittweise ersetzt.

Was zeigt ein Projekt aus der Praxis?

Der Gitterrost-Konfigurator von FeNau ist ein Beispiel für Variantenmanagement ohne Artikelflut. Länge und Breite sind millimetergenau, Material, Masche und Tragstab-Richtung wählbar, Ausschnitte frei zeichenbar. Als Artikel ließe sich das nicht pflegen. Die Regeln lassen nur baubare Roste zu, und Gewicht, Traglast und Preis entstehen aus derselben Eingabe. Der übrige Katalog im Shopware-Shop bleibt davon unberührt.

Das Projekt ist von Hirnworx umgesetzt und auf der Referenzseite beschrieben. Es zeigt die äußere Seite des Variantenmanagements, also Führung, Zeichnung und Preis. Wie die innere Seite mit Stücklisten und Arbeitsplänen im Maschinenbau aussieht, beschreibt die Seite zum Produktkonfigurator für den Maschinenbau.

Symbolbild eines verzinkten Stahlgitterrosts mit Ausschnitt.

Was Variantenmanagement nicht von selbst löst

Ein Konfigurator ersetzt keine Produktstrategie. Wenn ein Betrieb Varianten anbietet, die sich nicht lohnen, macht der Konfigurator sie nur leichter bestellbar. Die Frage, welche Optionen bleiben sollen, gehört in den Workshop und manchmal in die Produktentwicklung. Gutes Variantenmanagement streicht auch. Ein klarer Baukasten mit wenigen, gut begründeten Optionen verkauft sich oft leichter als eine Auswahl, in der alles geht.

Diese Seite verspricht keine Zahl, um wie viel Ihr Artikelstamm schrumpft oder wie viel Pflegezeit Sie sparen. Das hängt an Ihrem Sortiment. Was sie beschreibt, ist der Weg: Regeln statt Listen, ein Ort für die Regeln und ein Datensatz, der bis in die Werkstatt reicht. Begriffe wie Maximalstückliste und Regelwerk erklärt das Glossar.

Welche Fragen bleiben vor dem Gespräch?

Was ist ein Variantenkonfigurator?

Ein Variantenkonfigurator ist ein Produktkonfigurator, der Varianten eines Produkts aus Regeln erzeugt, statt sie aus einer Liste auszuwählen. Er prüft, welche Kombinationen baubar sind, rechnet den Preis und liefert die Daten für Stückliste und Auftrag. Der Begriff wird oft für Systeme im Vertrieb und im Shop verwendet, im Unterschied zur Variantenkonfiguration im ERP.

Ersetzt Plan2Fab die SAP-Variantenkonfiguration?

Nein, das ist nicht das Ziel. Wer in SAP ein gepflegtes Variantenmodell hat, behält es für Stücklisten, Arbeitspläne und Kalkulation. Plan2Fab kann davor die Oberfläche für Kunden und Vertrieb liefern und das Ergebnis übergeben. Ob das ERP die Regeln liefert oder nur das Ergebnis prüft, klären wir im Workshop an Ihrem System.

Was ist eine Maximalstückliste?

Eine Maximalstückliste enthält alle Teile, die in irgendeiner Variante eines Produkts vorkommen können. Für jede Bestellung wählen Regeln die passenden Positionen aus. Das Verfahren ist in ERP-Systemen verbreitet und funktioniert gut für Baugruppen aus festen Teilen. Für frei bemaßte Zuschnitte ist eine Stückliste, die aus Parametern erzeugt wird, meist einfacher.

Ab wie vielen Varianten lohnt sich ein Konfigurator?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend ist, ob Varianten aus Regeln entstehen und ob dieselben Fragen in Angeboten immer wiederkehren. Sobald freie Maße im Spiel sind, ist eine Liste praktisch nicht mehr pflegbar. Bei wenigen festen Optionen ohne Abhängigkeiten reicht dagegen eine Variantenliste im Shop, und die ist günstiger.

Müssen wir unseren Artikelstamm vorher bereinigen?

Nein. Der Konfigurator kann vor dem bestehenden Stamm stehen und Varianten nur bei Bedarf erzeugen. Alte Sonderartikel bleiben, bis sie nicht mehr gebraucht werden. Eine Bereinigung kann später folgen, wenn der Konfigurator im Alltag trägt. Wer beides gleichzeitig angeht, macht das Projekt größer als nötig.

Wer pflegt die Regeln nach dem Start?

Das legen wir im Projekt fest. Preise, Grenzen und Materialien sollen Ihre Mitarbeiter selbst ändern können, ohne Entwickler. Neue Abhängigkeiten oder eine weitere Produktfamilie sind dagegen meist eine Erweiterung, die geplant und getestet wird. Weil die Regeln als Code in Ihrem Besitz liegen, kann auch ein eigenes Team sie übernehmen.

Schildern Sie das Produkt, die Varianten und das System, in dem der Konfigurator stehen soll. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.

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