Parametrischer Konfigurator

Ein parametrischer Konfigurator beschreibt ein Produkt über veränderliche Werte wie Breite, Höhe, Stärke und Bearbeitung, jeweils in einem erlaubten Bereich. Formeln und Regeln entscheiden, welche Kombination baubar ist, und rechnen daraus Preis, Stückliste und Zeichnung. Anders als eine Variantenliste muss er nicht jede Ausführung vorher kennen. Plan2Fab von Hirnworx baut parametrische Konfiguratoren für Betriebe mit Maßanfertigung.

Stand
Lesezeit
7 Minuten
Fünf Platten derselben Bauart in verschiedenen Größen mit gleichem Lochbild.

Was ist ein parametrischer Konfigurator?

Ein parametrischer Konfigurator hält ein Produktmodell statt einer Artikelliste. Das Modell sagt zum Beispiel: Die Länge darf von 200 bis 3000 Millimetern laufen, eine Bohrung braucht mindestens 15 Millimeter Abstand zur Kante, eine Rundung ist erst ab 4 Millimetern Stärke erlaubt. Die konkrete Ausführung entsteht erst, wenn der Kunde Werte eingibt. Gepflegt wird das Modell, nicht jede denkbare Breite als eigener Datensatz.

In der Konstruktion heißt dasselbe Prinzip parametrische Modellierung oder Design Automation. CAD-Systeme erzeugen damit Modelle und Zeichnungen im Konstruktionsbüro. Ein parametrischer Konfigurator holt die Eingabe nach vorn, in den Onlineshop, auf die Website oder in den Vertrieb. Vertrieb und Fertigung sehen dabei denselben Stand. Wie sich der Begriff zum allgemeinen Produktkonfigurator verhält: Jeder parametrische Konfigurator ist ein Produktkonfigurator, aber nicht umgekehrt.

Andere Namen für dasselbe Prinzip sind Maßkonfigurator, regelbasierter Konfigurator oder Konfigurator mit Zeichnung. Maßkonfigurator betont die freien Werte, regelbasiert die Sperren, Konfigurator mit Zeichnung die Ausgabe. Gemeint ist in allen drei Fällen ein Modell, das aus wenigen Eingaben eine geprüfte Ausführung mit Preis und Fertigungsdaten berechnet.

Was unterscheidet ihn von Variantenlisten?

Der Unterschied liegt darin, ob die Geometrie selbst aus den Eingaben entsteht. Variantenliste und Ebenen-Konfigurator wählen aus Vorhandenem. Der parametrische Konfigurator berechnet Neues und kann deshalb Daten für die Fertigung liefern.

Parametrischer Konfigurator, Variantenliste und Ebenen-Konfigurator
MerkmalVariantenlisteEbenen-KonfiguratorParametrischer Konfigurator
MaßeFeste GrößenFeste GrößenFrei im erlaubten Bereich
GeometrieVorher angelegtBild wird getauschtAus den Werten berechnet
RegelnKeine oder AusschlüsseSichtbare KombinationenGrenzen, Abhängigkeiten, Formeln
PreisJe Artikel gepflegtGrundpreis plus AufpreisFormel aus Fläche, Material, Bearbeitung
FertigungsdatenKeineKeineStückliste, Zeichnung, DXF
PflegeJede Variante einzelnJede Bildebene einzelnEin Modell für alle Varianten

Woraus besteht ein parametrisches Modell?

Platte mit oranger Lehre, die zulässige Bohrpositionen markiert.
Parameter
Ein veränderlicher Wert des Produkts, etwa Breite, Höhe, Stärke, Material oder Zahl der Bohrungen. Jeder Parameter hat einen Typ: Zahl, Auswahl oder Ja-Nein.
Wertebereich
Mindest- und Höchstwert eines Parameters, dazu die Schrittweite. Beispiel: 200 bis 3000 Millimeter in 10-Millimeter-Schritten.
Abhängigkeit
Eine Regel zwischen zwei Parametern. Beispiel: Edelstahl ist nur bis 1500 Millimeter Länge lieferbar, eine Rundung erst ab einer bestimmten Stärke.
Formel
Die Rechenvorschrift für Preis, Gewicht oder Materialbedarf, etwa Fläche mal Quadratmeterpreis plus Zuschlag je Bohrung.
Ausgabe
Was aus dem geprüften Stand entsteht: Angebot, Bestellposition, Stückliste, bemaßte Zeichnung oder ein DXF-Export.

Wie entstehen Preis, Stückliste und Zeichnung?

Preis, Stückliste und Zeichnung lesen dieselben Werte. Der Preis folgt einer sichtbaren Formel aus Fläche, Material, Zuschlägen und Mindestpreis. Die Stückliste nimmt dieselben Mengen, nicht eine zweite Schätzung der Arbeitsvorbereitung. Die Zeichnung bemaßt dieselben Kanten. Ändert der Kunde die Breite, ändern sich alle drei gemeinsam, oder die Änderung wird gesperrt. Ein DXF- oder CSV-Export ist eine weitere Ausgabe, kein neuer Erfassungsvorgang.

Ein Rechenbeispiel aus dem Mini-Konfigurator der Plan2Fab-Startseite: Eine Platte mit 1200 mal 600 Millimetern hat 0,72 Quadratmeter. Bei 3 Millimetern Stärke kostet der Quadratmeter dort 45 Euro, also 32,40 Euro. Vier gerundete Ecken zu je 3,50 Euro und vier Bohrungen zu je 1,20 Euro ergeben 51,20 Euro. Die Formel ist ein Beispiel, kein Angebot. Im Projekt kommen Ihre Sätze und Ihre Verschnittregel hinein.

Beispielhafter Datensatz mit Angebot, Stückliste, Fertigung und ERP.

Für welche Produkte eignet er sich?

Er eignet sich, wo Maße kontinuierlich sind und nicht jede Größe als Artikel existiert: Platten und Zuschnitt, Bleche, Gitterroste, Geländer, Leuchtbuchstaben, Möbelkorpusse mit freier Breite oder Maschinen aus einem Baukasten. Der Preis hängt dort an Fläche, Material und Bearbeitung. Eine unzulässige Kombination fällt ohne Regelwerk erst in der Fertigung auf, wenn das Material schon geschnitten ist.

Er ist der falsche Aufwand, wenn Kunden aus zehn festen Artikeln wählen oder nur eine Farbe auf einem Foto wechseln. Dann pflegt der Shop die Varianten direkt. Er ist auch der falsche erste Schritt, solange niemand die Grenzen kennt: Ohne Mindest- und Höchstmaße und ohne verbotene Paare aus Material und Bearbeitung gibt es nichts zu rechnen. Diese Grenzen schreibt der Workshop auf, bevor die Oberfläche entsteht.

Wie sieht das an einem echten Produkt aus?

Im Gitterrost-Konfigurator von FeNau gibt der Kunde Länge und Breite millimetergenau ein, die Grenzen ergeben sich aus Traglast und Material. Die Draufsicht skaliert mit, inklusive Tragstab-Richtung. Ausschnitte zeichnet er als Rechteck, Kreis, Linie oder Polygon mit Maßketten zu den Kanten. Eine Regel-Engine prüft die statische Zulässigkeit nach DIN und blendet aus, was der Rost nicht trägt.

Gewicht, Luftanteil und Preis laufen mit. Am Ende stehen der Warenkorb oder ein PDF-Datenblatt mit Draufsicht, Seitenansicht und Vorderansicht. Das ist parametrisch ohne freie 3D-Drehung: Die Geometrie folgt den Werten, die Darstellung bleibt zweidimensional. Die Einordnung steht auf der FeNau-Referenz. Das räumliche Gegenstück zeigt Bavarian Signs mit Leuchtbuchstaben in 3D.

Symbolbild eines verzinkten Stahlgitterrosts mit Ausschnitt.

Wer pflegt die Regeln nach dem Go-live?

Ein parametrisches Modell ist pflegbar, wenn eine fachliche Person Grenzen, Preise und Texte ändern kann, ohne die Oberfläche neu zu bauen. Typisch sind Mindest- und Höchstmaße, Schrittweiten, Materialpreise, Zuschläge und die Texte auf dem Datenblatt. Interne Werte wie Kostenstellen oder Maschinenzeiten bleiben auf dem Server und erscheinen nie beim Kunden.

Ob Ihr Team die Regeln selbst pflegt oder Hirnworx das übernimmt, legt der Workshop fest. Wichtig ist, dass jede Regel als nachvollziehbare Bedingung im Kern auf Medusa.js steht und nicht als verstreute Ausnahme in der Oberfläche. Sonst kann nach einem Jahr niemand mehr sagen, warum eine Kombination gesperrt ist.

Ein Beispiel: Steigt der Preis für Edelstahl, ändert die Pflege einen Satz in einer Tabelle, und alle offenen Konfigurationen rechnen ab dann mit dem neuen Wert. Wem dieses Modell gehört, beschreibt der Open-Source-Produktkonfigurator.

Wie führt Plan2Fab ihn ein?

Der Einstieg ist das Modul Configure: Regeln, Live-Preis, Vorschau, Angebot und PDF-Datenblatt für ein Referenzprodukt. Plan ergänzt Stückliste, Zuschnitt und Exporte wie DXF, Connect die Übergabe an ERP und Warenwirtschaft. Jedes Modul hat nach dem Workshop einen Festpreis. Ob der Konfigurator in einen bestehenden Shopware-Shop kommt oder ein neuer Shop entsteht, ist eine Frage der vorhandenen Systeme, nicht der Geometrie.

Ein parametrischer Konfigurator ersetzt kein CAD-System und keine fachliche Freigabe. Eine erzeugte Zeichnung ist so gut wie die Regeln, die der Betrieb festlegt. Anfragen außerhalb des Modells bleiben Sache eines Menschen. Plan2Fab sperrt, was als Regel feststeht, und rechnet, was eine Formel hergibt. Wann welche Darstellung passt, erklären der 2D-Konfigurator und der 3D-Konfigurator.

Welche Fragen bleiben vor dem Gespräch?

Was bedeutet parametrisch beim Konfigurator?

Parametrisch bedeutet, dass das Produkt über Parameter beschrieben wird, also über Werte wie Länge, Breite oder Lochabstand, die sich innerhalb fester Grenzen ändern dürfen. Geometrie, Preis und Stückliste werden aus diesen Werten berechnet. Ein parametrischer Konfigurator speichert deshalb ein Modell mit Regeln statt einer Liste fertiger Varianten.

Ist ein parametrischer Konfigurator dasselbe wie ein 3D-Konfigurator?

Nein. Parametrisch beschreibt die Logik, 3D die Darstellung. Eine bemaßte Draufsicht kann vollständig parametrisch sein, ohne dass sich das Teil im Raum drehen lässt. Umgekehrt zeigt mancher 3D-Konfigurator nur vorgefertigte Modelle ohne freie Maße. Beide Darstellungen können aus denselben Regeln kommen, die Darstellung ist austauschbar.

Erzeugt ein parametrischer Konfigurator eine Zeichnung?

Ja, wenn das Produkt eine braucht. Aus den geprüften Maßen entstehen eine bemaßte Zeichnung als PDF und auf Wunsch Exporte wie DXF oder CSV für die Fertigung. Ob eine einfache Kontur oder ein Blatt mit mehreren Ansichten nötig ist, legt der Workshop fest. Ein Screenshot der Vorschau ist keine Zeichnung.

Was ist der Unterschied zu einem Farbkonfigurator?

Ein Farb- oder Ebenen-Konfigurator tauscht Bildebenen auf einem Foto, die Geometrie bleibt gleich. Ein parametrischer Konfigurator ändert Maße und sperrt Kombinationen, die die Fertigung nicht hergibt. Für ein Produkt mit drei Farben und fester Größe ist der Farbkonfigurator die richtige und günstigere Wahl.

Können Maße in Millimetern frei eingegeben werden?

Ja, innerhalb der Grenzen, die der Betrieb festlegt. Üblich sind ein Mindest- und Höchstmaß und eine Schrittweite, etwa 10 Millimeter. Der Mini-Konfigurator auf der Plan2Fab-Startseite zeigt das an einer Platte von 200 bis 3000 Millimetern Breite. Ungültige Eingaben bleiben auf der letzten gültigen Konfiguration stehen.

Was ist ein regelbasierter Konfigurator?

Ein regelbasierter Konfigurator prüft jede Auswahl gegen hinterlegte Regeln, etwa Ausschlüsse, Abhängigkeiten und Grenzwerte, und lässt nur gültige Kombinationen zu. Jeder parametrische Konfigurator ist regelbasiert. Zusätzlich rechnet er mit kontinuierlichen Werten wie Millimetern und berechnet daraus Geometrie, Preis und Fertigungsdaten.

Schildern Sie das Produkt, die Varianten und das System, in dem der Konfigurator stehen soll. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.

Erstgespräch vereinbaren